Kryptos jetzt offiziel Finanzinstrument in Deutschland

Kryptos jetzt offiziel Finanzinstrument in Deutschland

Die deutsche Finanzaufsicht hat Richtlinien veröffentlicht, die Kryptowährungen als Finanzinstrumente klassifizieren. Die neuen Richtlinien umfassen alle Arten von digitalen Assets, wobei das vorherige Paradigma nur security token abdeckte.

BAFIN klassifiziert Kryptos

In einer Pressemitteilung vom Montag (2. März 2020) hat die Bundesanstalt für Finanzwesen (BaFin) Krypto wie folgt beschrieben:

“Digitale Darstellung eines Wertes, der von keiner Zentralbank oder öffentlichen Einrichtung ausgegeben oder garantiert wurde und nicht unbedingt an eine gesetzlich festgelegte Währung gebunden ist und der nicht den rechtlichen Status einer Währung oder eines Geldes hat, aber akzeptiert wird als Tauschmittel von natürlichen oder juristischen Personen und kann elektronisch übertragen, gespeichert und gehandelt werden.“

Laut BaFin entspricht die neue Klassifizierung den Richtlinien zwischenstaatlicher Organisationen wie der Financial Action Task Force (FATF). Die Nachricht markiert die zweite wegweisende Kryptoklassifizierung die in den letzten Tagen veröffentlicht wurde. Ein australischer Richter hat kürzlich entschieden, dass Krypto ein Anlageinstrument ist. Das bedeutet, dass virtuelle Währungen als Sicherheit im Land verwendet werden können.

Die neue Ankündigung der BaFin zur Kryptoklassifizierung ist auch Teil des Vorhabens des Landes zur Verabschiedung der fünften EU-Geldwäscherichtlinie (AMLD5), die am 1. Januar 2020 begann. Wie bereits berichtet, beinhaltet ein Teil des AMLD5-Prozesses Änderungen am deutschen Bankwesen-Gesetz und Zahlungsaufsichtsgesetz.

Verwaltung der Kryptowährungen

Im Rahmen der neuen Kryptorichtlinien der BaFin müssen Kryptowährungsverwalter eine Lizenz für die Regulierungsbehörde erhalten, um ihre Dienste im Land anbieten zu können. Krypto-Depotplattformen, die bereits ohne Lizenz im Land betrieben werden, müssen bis Ende November 2020 einen Antrag stellen.

Krypto-Depotplattformen, die bereits in anderen EU-Ländern registriert sind, können ihre Betriebsgenehmigung nicht nach Deutschland „passportieren“. Stattdessen müssen solche Plattformen eine Genehmigung beantragen, um Krypto-Verwahrungsdienste hier im Lande anbieten zu können.

Anfang Februar 2020 wurde berichtet, dass die BaFin von nicht weniger als 40 Banken-Krypto Depot-Lizenzanträge erhalten hat. Neben den Banken sind auch die Börsen in Deutshland maßgeblich am Kryptomarkt beteiligt. Die stuttgarter Börse hat kürzlich ein neues inverses Bitcoin Traded Product (ETP) hinzugefügt.

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